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Bund Naturschutz - Ortsgruppe Bobingen

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Fundgrube

Inhalt

Eine Heimat für den Biber
Tier-Quiz über Fledermäuse
Umweltbelastungen durch Gartengeräte
Der BN-Politiker-Check
Uferschwalben in Bobingen
Alternativer Verkehrsclub
Unsere Kleidung – Woher? Woraus? Wohin?


Eine Heimat für den Biber

Steckbrief

Biber Größe: Biber werden bis zu 130 cm lang, davon entfallen 30 cm auf den abgeflachten, beschuppten Schwanz. Sie sind damit bei weitem die größten Nagetiere in Europa und die zweitgrößten weltweit - nach dem Südamerikanischen Wasserschwein.
Gewicht: Mit einem Gewicht von 30 bis 40 kg kann der Biber schwerer als ein Reh werden.
Alter: Das Durchschnittsalter liegt bei 10 Jahren und kann ausnahmsweise bis zu 25 Jahren betragen.
Lebensraum: Biber lieben gewässerreiche Landschaften und naturnahe Flussabschnitte. Als sehr anpassungsfähige Tiere können sie auch Gräben oder Fischteiche besiedeln, selbst in unmittelbarer Siedlungsnähe. Wo Biber und Menschen gut miteinander auskommen, ist der Lebensraum reich strukturiert und es gibt ausreichenden naturnahen Flächen im Umfeld.
Lebensweise: Eine Biberfamilie besteht aus Elternpaar und zwei Generationen von Jungtieren. Der Biber ist dämmerungs- und nachtaktiv. Deshalb haben ihn viele Menschen noch nicht zu Gesicht bekommen, obwohl sie in der Nachbarschaft wohnen.
Nahrung: Biber sind reine Vegetarier. Sie fressen im Sommer vor allem Kräuter, Gräser und Wasserpflanzen, im Winter Rinden und Zweige weicher Hölzer wie Pappeln oder Weiden.
Besonderheiten: Biber halten keinen Winterschlaf. Das dichte Haarkleid schützt sie vor Kälte. An manchen Stellen des Bauches wachsen pro cm² über 20.000 Haare. Zum Vergleich: unsere Kopfhaut bringt es auf 300 Haare pro cm².

Geschichte eines Erfolges

Das bisher erfolgreichste deutsche Wiedereinbürgerungsprojekt wurde von Hubert Weinzierl und anderen namhaften Naturschützern in den 60er Jahren gestartet. Hundert Jahre lang waren die Riesennager in Bayern ausgerottet. Die Übermacht derer, die ihnen auf den Pelz rückten, war einfach zu groß. Biberpelz für Mützen und Mäntel, Bibergeil, ein Drüsensekret gegen körperliche Gebrechen aller Art, und Biberfleisch, das findigen Kirchenmännern als Fastenspeise galt, waren die Hauptgründe. 1867 machten die Nachstellungen dem letzten bayerischen Biber den Garaus. 1966 kamen die fleißigen Holzarbeiter nach Bayern zurück - in den Transportkisten des Bundes Naturschutz, der mit diesem Aussetzungsprojekt die Donau zum Ausgangspunkt für die erfolgreiche Wiederbesiedlung machte. Insgesamt hatte der Bund Naturschutz mit Genehmigung der Behörden bis 1980 etwa 120 Biber in Bayern angesiedelt. Heute beträgt der Biberbestand schätzungsweise 1.500 bis 1.700 Tiere in 350 bis 400 Biberrevieren.

Dieser Erfolg wäre nicht möglich gewesen, wenn uns nicht viele Menschen mit Spenden und Mitgliedsbeiträgen über all die Jahre zur Seite gestanden wären.

Auch heute noch benötigen wir ihre Hilfe, um diesen Erfolg zu sichern.

Biotop aus "Biber-Hand"

Biberburg

Dank der Arbeit des Bunde Naturschutz gibt es heute in Bayern wieder Biber. Wir wollen diesen Erfolg jetzt endgültig sichern.
Das Tier alleine ist es wert, für seinen Schutz einzutreten. Aber es gibt noch andere gewichtige Argumente, den größten Nager Europas unter allen Umständen in Bayern zu halten:

  • Denn der Biber "zimmert" auch anderen Tierarten der Flußauen wichtige Lebensräume.
  • Wo der Biber das Gewässer gestaltet, verbessert er auch die Bedingungen für den Fischotter, den Schwarzstorch, für Amphibien- und Libellenarten.
  • Wo "Meister Bokert", wie der Biber im Volksmund genannt wurde, dauerhaft und ohne Probleme glücklich ist, muss die Flußaue noch in Ordnung sein!
  • Kaum ein anderes Tier ist als Leitart einer intakten Auenlandschaft besser geeignet.

Biberschutz ist Hochwasserschutz

Biberfraß

Auch mit den Wasserwirtschaftsbehörden arbeitet Familie Biber Hand in Hand. Ihre Dämme und Bauten schaffen neue Retentionsräume, die naturnahen Uferstreifen und Pufferzonen senken den Aufwand für die Gewässerunterhaltung, schützen vor Dünger- und Gifteintrag und sind natürliche Bremse bei Hochwasser. Biberschutz ist also auch Hochwasserschutz für die Menschen an den Unterläufen unserer Flüsse.

"Biberberater"

Lasst die Biber leben

In unmittelbarer Gewässernähe können schwere Landmaschinen in Flucht- und Fraßröhren des Bibers einbrechen. Er nimmt Zuckerrüben und Mais in seinen Speisezettel auf, wenn die Felder unmittelbar an seinen Fluss grenzen.

Die meisten dieser Konfliktfälle können bei etwas gutem Willen gelöst werden. Der Bund Naturschutz setzt dafür sogenannte "Biberberater" ein. Damit wurden gute Erfahrungen gemacht: für fast alle Konfliktfälle gab es eine Lösung. Die persönliche Beratung vor Ort und rechtzeitige Präventivmaßnahmen verhindern also von vornherein viele Probleme.


Tier-Quiz über Fledermäuse

  1. Sind Fledermäuse Vögel oder Säugetiere?
  2. Wovon ernähren sich die in Europa lebenden Fledermäuse?
  3. Wie verbringen Fledermäuse den Winter?
  4. Wie erkennen Fledermäuse Hindernisse und Beutetiere?
  5. Wo verbringt ein Fledermausjunges seine ersten Lebenstage?

Die Antworten verbergen sich im nachfolgenden Text.

Nächtliche Insektenjäger

"Graf Dracula", das Blut saugende Ungeheuer in Fledermausgestalt, "spukt" in unseren Köpfen, wenn wir an die nachts fliegenden Tiere denken. In Europa galt die Fledermaus lange Zeit als unheimliches Geschöpf. Auf alten Bildern wird der Teufel mit Fledermausflügeln dargestellt, die Engel dagegen mit Vogelflügeln. Chinesen hingegen sehen in den Fledermäusen Glücksbringer.

Fledermäuse sind harmlose Tiere. Sie sind die einzigen Säugetiere, die fliegen können. Ihre Flügel bestehen aus den Armknochen und stark verlängerten Fingern, zwischen denen sich eine dünne Flughaut spannt. Es gibt rund 900 Arten von Fledermäusen weltweit, in Europa etwa 20 Arten. Das Große Mausohr ist die größte in Europa vorkommende Fledermausart. Sie erreicht eine Flügelspannweite von bis zu 43 cm.

Sobald es kalt wird und keine Insekten mehr fliegen, ziehen sich die Tiere in Höhlen, Bergwerke, Dachstühle usw. zurück und halten Winterschlaf.

Die Fledermausjungen hängen kopfüber am Dachgebälk, öffnen mit 4 – 7 Tagen die Augen, können nach 24 Tagen fliegen und sind nach 40 – 50 Tagen selbständig.

Der Mensch ist der größte Feind der Fledermaus! Er füllt Höhlen mit Bauschutt auf, mauert Bergwerke und Keller zu, verschließt Dachböden, behandelt Gebälk mit Giften und vernichtet die Nahrungsinsekten der Fledermäuse durch Insektizide.

An lauen Sommerabenden kannst du bei Einbruch der Dämmerung mit etwas Glück Fledermäuse sehr gut im Singoldpark beobachten. Solltest du wissen, wo sich eine Fledermauskolonie befindet oder aber ein verletztes Tier finden, ruf uns an:

Tel. (08234) 964848 (Veronika Schwarzenberger)


Umweltbelastungen durch Gartengeräte

Rasenmäher und andere Hobbygeräte mit Verbrennungsmotoren sind laut und vergiften die Umwelt. Sie können die Gesundheit ihrer Nutzer durch einen beträchtlichen Ausstoß von krebserregendem Benzol gefährden und tragen erheblich zur Ozonbelastung bei. Neue Motortechniken, Katalysatoren und Spezialbenzin könnten helfen. Technisch wären abgasärmere Gartengeräte kein Problem. In den USA sind sie bereits seit 1995 Standard. Die Verbraucherzentrale Hessen fordert daher vom Gesetzgeber Maßnahmen zur Senkung des Schadstoffausstoßes von solchen Motoren.

Beratungsaussage/Empfehlungen für Gartenarbeiter

  • Um die Umweltbelastung möglichst klein zu halten, sollten alle benzingetriebenen Geräte mit SuperPlus Benzin betankt werden. Hier ist der Benzol-Gehalt mit 1 Prozent nur halb so hoch. Noch besser ist aromatenfreies Spezialbenzin, das allerdings doppelt so teuer und nur im Fachhandel erhältlich ist. Umweltschutz und vor allem die eigene Gesundheit sollten die auf das Jahr gerechnet geringen Zusatzkosten rechtfertigen. Neu auf dem Markt gibt es außerdem abgasreduzierte Rasenmäher, die zumindest mit einem ungeregelten Katalysator ausgerüstet sind.
  • Umweltschonender als Benzinmäher sind Elektromäher (mit Kabel), die sich für eine Rasengröße bis zu 600 Quadratmeter eignen. Für viele Gärten dürfte auch ein herkömmlicher Handmäher ausreichen. In puncto Umweltfreundlichkeit ist er unschlagbar und bis zu einer Fläche von 200 Quadratmetern lässt sich das Mähen in der Regel ohne allzu große Anstrengung bewältigen.

Hintergrundinformationen

In den Monaten von März bis Oktober in fast jedem Garten das gleiche Bild: überall lärmen Rasenmäher, Kettensägen, Heckenscheren oder Vertikutierer und blasen Abgaswolken in die Luft. Wegen der höheren Leistung benzingetriebener Geräte ziehen viele Gartenbesitzer die lauten Stinker den leiseren und abgasfreien Modellen mit Elektroantrieb vor. Die benzingetriebenen "Gartenhelfer" sind inzwischen für einen großen Teil der Kohlenwasserstoff-Emissionen aus Motoren verantwortlich, denn anders als im Straßenverkehr sind für die Kleingeräte Abgaskatalysatoren weder vorgeschrieben noch üblich. Doch während etwa das Lärmen mit Gartengeräten durch die "Rasenmäher-Verordnung" bis ins kleinste Detail geregelt ist, gibt es für die Abgase aus Hobbymotoren bislang keine Vorschriften.

In Deutschland gibt es rund 3,5 Millionen benzingetriebene Gartengeräte, darunter 1,2 Millionen Rasenmäher. Danach folgen Rasentrimmer und Kettensägen. Mäher mit Viertaktmotor stoßen pro Betriebsstunde 26mal mehr Kohlenwasserstoffe aus als ein neuer PKW mit Drei-Wege-Katalysator. Kohlenwasserstoffe sind Vorläufer von bodennahem Ozon und damit verantwortlich für den Sommersmog.

Noch schlimmer ist die Umweltbelastung durch Zweitaktmotoren, zum Beispiel bei einer Motorsäge. Aus ihnen entweicht bei laufendem Motor jede Stunde die 600fache Menge an Benzol verglichen mit einem modernen PKW. Der Ausstoß von Kohlenwasserstoffen liegt 100mal höher als bei einem Neuwagen mit Drei-Wege-Kat.

Das Kernproblem ist die Zweitakttechnik, dem Laien noch durch das Tüffeln und Müffeln der Trabis und Wartburgs aus der Nachwendezeit vertraut. Die ist auch noch in extremen Schräglagen einsetzbar, in denen vor allem Handgeräte häufig betrieben werden. Bei herkömmlichen Viertaktmotoren tauchen hier schon bald Probleme mit der Schmierung auf.

Beim Zweitakter hingegen wird das Schmieröl als Teil des Treibstoffgemischs angesaugt und in jeder Position bis an die Zylinderwände und Kolben gebracht. Im Gegensatz zum Viertakter sprüht jedoch ein Zweitaktmotor rund 35 Prozent des verbrauchten Benzins unverbrannt als Kohlenwasserstoff-Dusche in die Umwelt.

Besonders alarmierend ist die Situation beim Krebs erregenden Benzol: jeder Kubikmeter Abgas einer Motorsäge enthält 1.000 Milligramm Benzol - im Vergleich zu 1,7 Milligramm beim PKW mit Katalysator. Das macht pro Betriebsstunde 588mal mehr Benzol-Emissionen. Weil Gärtner durchschnittlich nur etwa einen halben Meter vorn Auspuff ihrer Geräte entfernt sind, ist ihre Gesundheit ernsthaft in Gefahr.

Die Kohlenwasserstoffe schaden jedoch nicht nur dem Klima und dem Wohlbefinden der Kleingärtner. Das Umweltbundesamt (UBA) hat die flüchtigen Verbindungen auch als Gefahr für die gesamten Naturkreisläufe geortet. Regen spült Luftschadstoffe wie Benzol oder das nicht minder gefährliche Toluol ins Grundwasser.

Für die wichtigsten Verlustschmierstoffe, wie Kettenschmierstoffe für Motorsägen, Schalöle und Schmierfette sowie seit kurzem auch für Hydraulikflüssigkeiten stehen schonende Produkte mit dem Umweltzeichen "Blauer Engel" zur Verfügung. Diese Produkte enthalten meist Inhaltsstoffe aus pflanzlichen Ölen. Die Jury Umweltzeichen hat bereits in den Jahren 1992 und 1995 die Umweltzeichen RAL-UZ64 für Schmierstoffe und Schalöle bzw. RAL-UZ 79 für Hydraulikflüssigkeiten und 1998 das Umweltzeichen für biologisch schnell abbaubare Kettenschmierstoffe für Motorsägen (RAL-UZ 48) beschlossen.

Die wesentlichen Anforderungen an die Produkte sind:

  • Die Grundsubstanzen der Schmierstoffe müssen biologisch schnell abbaubar sein (mindestens 70 Prozent).
  • Eigenschaftsverbessernde Additive dürfen bis zu maximal 7 Gewichtsprozent zugesetzt werden, sofern sie ökologisch unbedenklich sind und müssen zumindestens potentiell biologisch abbaubar sein (mehr als 20 bzw. 30 Prozent, Ausnahme: Hydraulikflüssigkeiten).
  • Grundsubstanzen und Additive in Kettenschmierstoffen und Schmierstoffen (Schalöle) dürfen nicht wassergefährdend (WGK 2), in Hydraulikflüssigkeiten nicht stark wassergefährdend (WGK 3) sein.
  • Die Gebrauchstauglichkeit muss deklariert oder nachgewiesen werden.

Ausblick

Der weltgrößte Hersteller von Forst- und Gartenmaschinen, der schwedische Husqvarna-Konzern will nicht sein gesamtes Sortiment umstellen und setzt daher auf abgasarme Zweitaktmotoren. Hintergrund: in den USA gelten seit 1995 Emissionsgrenzwerte für handgeführte "Offroad-Maschinen"; sie sollen weiter verschärft werden, so dass nur noch schadstoffverminderte Motoren in den Gartengeräten rattern dürfen.

Der japanische Motorenhersteller Honda verfolgt eine andere Strategie: Sein neu entwickelter Vier-Takt-Motor verbraucht laut Werksangaben nur noch halb so viel wie ein vergleichbarer Zweitakter und unterbietet leicht die kalifornische Norm. Eine sogenannte Schleuderpumpe soll hier in extremen Schräglagen sicherstellen, dass der Ölfilm auch nach längerer Zeit nicht abreißt.

Quelle: Umwelt- und Energiekalender, Verbraucher-Zentrale Hessen 9/2001

Wo kann man in Bobingen Spezialkraftstoffe kaufen?

Die kleinen Mengen für den privaten Gebrauch in Garten- und Wald erhalten Sie bei den Firmen Rottenegger (Produkte von Husqvarna) und Wüst ("Motomix" für Zweitaktmotoren und "Motoplus" für Viertaktmotoren). Ab 200 Liter werden Sie von einem Kraftstoffhändler beliefert.

Vor dem Umstieg sollten Sie unbedingt Ihren Fachhändler befragen. So kann die Anpassung der Vergasereinstellung notwendig sein.

Übrigens bleiben Sonderkraftstoffe anders als herkömmliche Kraftstoffe bis zu 2 Jahre zündfähig und lassen den Vergaser nicht verkleben.

Diese umweltfreundlicheren Kraftstoffe werden heute zum Beispiel im Bereich der Forstverwaltungen Augsburg und Schwabmünchen und der Westlichen Wälder, sowie von den Arbeitern des Landratsamtes Augsburg und der Gemeinde Schwabmünchen eingesetzt.

Die Stadt Bobingen hat sich Anfang 2003 angeschlossen.


Wie zukunftsfähig ist mein Volksvertreter?

Der BN-Politiker-Check

Die umweltpolitische Themenvielfalt auf örtlicher Ebene ist kaum überschaubar. Der Bund Naturschutz empfiehlt Ihnen deshalb einige "Wahlprüfsteine": Unterziehen Sie Ihre Mandatsbewerber und deren Programme für die Kommunalwahl 2002 einem Test auf Herz und Nieren:

Energie

Der Einstieg in eine ökologische Energieversorgung, der Ausstieg aus der Atomkraft und sofort wirksamer Klimaschutz beginnen vor Ort:

  • kommunale Energiekonzepte, Förderung der direkten und indirekten Sonnenenergienutzung
  • vorbildliches Handeln in den kommunalen Einrichtungen, wie Rathäusern und Schulen
  • regelmäßige Energieberatung
  • Ökologisierung von Stadtwerken oder Wechsel zu zertifizierten "Naturstromanbietern"
  • hoher Anteil von Energie aus der Region

Agrarwende

Eine umweltverträgliche Land- und Forstwirtschaft sichert die natürlichen Lebensgrundlagen und eine vielfältige Kulturlandschaft:

  • Ökolandbau auf kommunalen Flächen
  • Öko- und Regionalprodukte in kommunalen Kantinen
  • Förderung der regionalen Vermarktung durch Bauernmärkte, Öko- und Regionaltheken und Lieferdienste
  • baurechtliche Verhinderung von Massentierhaltungen und Agrarfabriken
  • keine Gentechnik auf kommunalen Flächen
  • Erhalt der kommunalen Trinkwasserversorgung durch Förderung des Ökolandbaus in Wasserschutzgebieten
  • naturgemäße Waldwirtschaft im Kommunalwald und Zertifizierung nach den FSC-Kriterien
  • Lösung des Wald-Wild-Problems

Landschaft

Städte und Gemeinden haben es in der Hand, eine Flächen schonende, Heimat und Natur bewahrende Siedlungs- und Bauplanung zu realisieren:

  • keine Neuerschließung "auf der grünen Wiese"
  • Flächenrecycling, verdichtetes und mehrstöckiges Bauen
  • Aufstellung eines Flächenrecyclingkatasters
  • Beachtung der regionalplanerischen Vorgaben
  • flächendeckende Umsetzung der Landschaftsplanung
  • Förderung von Wohnungstauschbörsen
  • keine neuen Straßen

Agenda 21

In einem kommunalen Agenda 21-Prozess können Projekte für eine nachhaltige und ökologische Entwicklung auf den Weg gebracht werden:

  • Agenda-Aktionsprogramm mit Zeitplänen und Verantwortlichkeiten
  • Indikatoren wie bebaute Fläche, CO2-Ausstoß, Anteil lärmbelasteter Wohnungen, Stromverbrauch
  • engagierte Zielgrößen zur Verringerung der Ressourcenbelastung
  • neue Formen der Bürgerbeteiligung mit Hearings, Bürgerforen und Zukunftswerkstätten
  • jährlicher Bericht über Agenda-Fortschritte
  • Erhalt der kommunalen Selbstbestimmung bei Ver- und Entsorgung gegenüber Privatisierungsbestrebungen

Den Wortlaut des BN-Vorstandsbeschlusses zur Kommunalwahl 2002 finden Sie im Internet unter www.bund-naturschutz.de


Wussten Sie schon, dass

  • Uferschwalben besonders geschützt sind und zu den gefährdeten Arten gehören?
  • In der Kiesgrube der Firma Lauter Uferschwalbenkolonien in den Abbruchwänden nisten.
  • Diese Abbruchstellen werden etappenweise erneuert, um Brutmöglichkeiten zu schaffen.

Der Alternative Verkehrsclub VCD hat eine Auto- Umweltliste 2001/2002 herausgegeben, in der über 300 Autos einem Umweltcheck unterzogen werden. Untersucht wurden u.a. der CO2-Ausstoss, die Lärmemission, kanzerogene Emissionen, andere Schadstoffe usw. Die Liste kann angefordert werden bei

    VCD Verkehrsclub Deutschland e. V.
    Versand
    Eifelstr. 2
    53119 Bonn
    Tel. (0228) 98585-0 und (0228) 98585-32 (Versand)
    Fax. (0228) 98585-10
    E-Mail versand@vcd.org
    Internet www.vcd.org

Unsere Kleidung – Woher? Woraus? Wohin?

Notizen aus einem Vortrag von Achim Friedrich, ehemaliger Mitarbeiter der Ökostation Stauden mit langjähriger Tätigkeit im Weltladen Augsburg, am 08.02.2001

Neue Kleidung

  • In der BRD herrscht der höchste Verbrauch an Textilfasern in der Welt (26,1 kg/Person und Jahr: 20 Teile Unterwäsche, 9 Pullover, 2 Wintermäntel, 5 Schlafanzüge, 12 Paar Socken). Zum Vergleich: Kamerun (0,5 kg/Person).
  • Naturfasern sind
    • pflanzlicher Herkunft – mit Abstand am wichtigsten: Baumwolle
    • tierischer Herkunft – Schaf, Kamel, Ziege, Angora
  • Der Baumwollanbau findet überwiegend mit sehr viel Chemieeinsatz statt. In vielen Ländern werden nach wie vor Mittel eingesetzt, die bei uns verboten sind: DDT und Lindan (in Deutschland hergestellt!). Daher werden im Zusammenhang mit den Bedingungen des Baumwollanbaues jährlich weltweit1,5 Millionen Menschen krank, 28000 sterben. Für die Produktion von 1 kg Rohbaumwolle werden 35 000 Liter Wasser benötigt. Dies führt in vielen Anbaugebieten zu katastrophalen Umweltveränderungen. Beispiel: Aralsee (See trocknet aus, Chemie im See und Trinkwasser und Boden, Bodenversalzung).
  • Die Arbeitsbedingungen sind überwiegend katastrophal. So läßt C&A in Bangladesh herstellen. Dort sind die Löhne weltweit am niedrigsten. Jeder 10. Arbeiter ist ein Kind; nur jeder 10. Arbeiter bekommt den garantierten Mindestlohn. Im Gegensatz dazu produziert Benetton nicht in Billiglohnländern, sondern in Italien in Heimarbeit. Dies ist nach europäischen Verhältnissen immer noch Ausbeutung (kein bezahlter Urlaub, kein Krankengeld, niemand prüft Gesundheitsgefährdung durch Staubbelastung am Arbeitsplatz).
  • Im Durchschnitt sind in einem gekauften T-Shirt 9 g Chemie enthalten. Große Probleme gab es z.B bei schwarzen Leggings – hier führte Elastan und schwarze Farbe zu Hautreizungen (schwarze und rote Farbe sind am giftigsten).
  • Fragen eines Käufers nach Herkunft der Materialien können meist nicht beantwortet werden. Hess Natur, mittlerweile zu 51 % im Besitz von Neckermann, ist die einzige Firma in Deutschland, die den Herstellungsweg, die Ausrüstung der Fasern usw. auszeichnet. Alb Natur hat viele Dinge gekennzeichnet, andere nicht. Es ist nicht immer deutlich, was mit viel und was mit wenig Chemie hergestellt ist. Kontrolliert wird vom Arbeitskreis Naturtextilien e.V.

Altkleider

  • In der BRD fällt im Jahr ca. 1 Mio. Tonnen Altkleidung (= 1,2 Milliarden Stücke) an.
  • Der Altkleidermarkt ist z.T. kriminell.. Die Angaben über die Verwendung sind irreführend. Die Sammler bestehlen sich gegenseitig. In Deutschland werden mit Altkleidern pro Jahr 15 – 20 Mio. DM Gewinn gemacht.
  • Von der Altkleidern, die in Deutschland anfallen wandern 49 % in den Hausmüll, 35 % in die Altkleidersammlung, 11 % in Second-Hand-Läden. Wenn von einer Sammlung 10 % für caritative Hilfe gegeben wird, kann der Rest steuerfrei exportiert werden.
  • Altkleiderexporte in Dritte-Welt-Länder machen den dortigen Textilmarkt kaputt. Es werden Arbeitsplätze vernichtet. In Afrika gibt es fast keine einheimische Textilproduktion mehr. Doch an die billige Kleidung kommen gerade nicht die Ärmsten – die können es sich nicht leisten.
  • Regeln zur sozialverträglichen Verwertung von Altkleidern: nicht mehr als 10 % gehen nach Afrika möglichst viel bleibt im Inland.
  • Das Qualitätssiegel "FairWertung" schafft Arbeit und schont die Umwelt. Dieses Siegel hat in unserer Gegend allein die "Aktion Hoffnung". Diese hat Container aufgestellt, die Sortierung findet in Ettringen statt. Es gibt auch ein Second-Hand-Geschäft in Augsburg. Unterstützung verdienen auch die Sammlungen von Emmaus. Auch total kaputte Kleidung wird dort wirtschaftlich und gewinnbringend verwertet.

© BN Ortsgruppe Bobingen •  info@bn-bobingen.de •  zuletzt aktualisiert am 19.02.2012