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Bund Naturschutz - Ortsgruppe Bobingen |
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Biotope und Pflegeflächen: Mühleninsel
Weidenpflege auf der Singoldinsel Weidenpflege auf der Singoldinsel
Im Februar diese Jahres wurde auf der Singoldinsel bei der Mittleren Mühle wieder einer alten Kopfweide eine ausladende Krone fast bis auf den Stamm zurückgeschnitten. Wozu dieser Aufwand? Warum läßt man diese Bäume nicht in Würde unbeschnitten alt werden, um sie dann ganz abzuschneiden? Kopfweiden sind eine alte Kulturform, entstanden durch die Schneitelwirtschaft. Korb-, Silber-, Purpur- und Bruchweiden wurden früher alle 2-3 Jahre für die Korbflechterei zurückgeschnitten. Sie dienten auch als Gefache der Fachwerkhäuser. Die zahlreichen Schnittstellen begünstigen das Eindringen von Pilzsporen und Wasser in den Stamm. Dadurch fault das Kernholz, und der Baum bildet Höhlen. Andererseits verlängert der regelmäßige Schnitt das Leben der dickstämmigen alten Weiden trotz hohem Totholzanteil. Kopfweiden haben gerne die Füße im Wasser und den Kopf in der Sonne. Alte Kopfweiden stellen nach Eichen die insektenreichste Pflanze dar. Sie dienen vielen Bewohnern der ehemals vorhandenen Weichholzaue als Rückzugslebensraum. Allein über
100 Käferarten, wie der im Stamminneren als Larve lebende Weber- oder Moschusbock, und Falter wie der Weidenbohrer sind auf diese Baumart angewiesen. Sie brauchen das sich zersetzende Holz, wie es oft nur noch in alten Weiden vorkommt. Insgesamt hängen allein unter den Insekten 183 Spezialisten in Bezug auf Ernährung, Fortpflanzung und Lebensweise von der Weide ab. Die vielen Raupen bieten auch zahlreichen Vögeln genügend Nahrung. In den Höhlen alter Weiden brüten gerne Gartenrotschwanz, Grauschnäpper, Trauerschnäpper, Halsbandschnäpper, Kohlmeise, Feldsperling und manchmal sogar Turmfalken und Stockenten. Hinzu gesellen sich Fledermäuse wie der Abendsegler. Die meist sonnige, exponierte Lage wirkt sich günstig auf die Biotopqualtät aus. Aus diesem Grund will der Bund Naturschutz jedes Jahr eine der Kopfweiden auf der Singoldinsel sanieren, um diesen besonderen Lebensraum mitten in Bobingen zu erhalten. Außerdem wurden in den letzten Jahren auf einer Fläche am Diebelbach ca. 60 Kopfweiden nachgezogen. Bis diese aber ihre ökologische Funktion erfüllen werden, vergehen noch viele Jahre. |
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zuletzt aktualisiert am 16.05.2012
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